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„Jetzt fühle ich mich als Frau“

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… sagte eine junge Frau, 19 Jahre alt, gerade in dem absolut hochwertigen Fernsehformat „Extrem schön“ (mal angenommen, ich hab die ganze peinliche Erklärung, warum ich denn das überhaupt gesehen habe, schon hinter mir – spart Platz und Zeit *hüstel*).

Sie hatte sich in der Sendung angemeldet, weil sie seit dem Beginn ihrer Pubertät viel gehänselt und nun mit einem zerschmetternden Selbstbild da saß. Schuld waren eine „Höckernase“ und kleine Brüste, sagte die in meinen Augen an vielen Stellen sehr erdig anmutende Frau. Nachdem das Programm durchgezogen war – Höcker abgetragen, Brüste vergrößert (gab es eine Aufklärung zum späteren Stillen?), einen Dreijahresplan mit dem Kiefernorthopäden ausgehandelt – strahlte eine mit viel Make-Up versehene, glückliche Frau in die Kamera. Ihr naturrotes Lockenhaar war einer glatten Strähnchenfrisur, stark durchgestuft, gewichen. Die bodenständige Kleidung einer Lackhose und einer lilafarbenen Jacke.

… um das ganze mal abzukürzen und Urteile weitgehend zu vermeiden: was führt eine zur Entwicklung einer weiblichen Identität? Was erleben sehr junge Frauen als weiblich? Und auch die Frage (für mich als Mutter und Tochter) inwiefern tragen Eltern bei zur Geschlechteridentifizierung – z.B. durch Vorbild?

Überhaupt wirkt es, als gäbe es auf die Frage nach der weiblichen Identität nur eine schwammige Antwort. Vielleicht ja auch gar keine mehr in Zeiten, wo „sex“ und „gender“ am liebsten garkeine bis kaum eine Rolle spielen sollten und Gleichheit im Sinne von „alles für jeden“ gewünscht wird. Oder auch das andere extrem, viele neu belebte Meinungen wie beispielsweise die einer Eva Herman kursieren.

Für mich eine spannende, wichtige Frage als Frau, die in einem der urweiblichsten Berufe des Lebens arbeiten möchte. Oder ist auch das längst nicht mehr so – mit dem Blick auf männliche Hebammen, Geburtshelfer. Im Niederländischen „vroedvrouw“ – eindeutig als Frau bezeichnet, der Geburtshelfer hingegen ist der „vroedmeester“, der Meister.

Ich will der Sache mal auf den Grund gehen. Fühlt euch aufgerufen zum Austausch. Was früher das Mix-Tape war, ist inzwischen ja die Link-Weitergabe. Also:

Weibliche Identität – Die Hebamme (Schweiz)

Für ausuferndere Posts über Gedanken zum Thema brauch ich mehr Zeit und noch ein bisschen mehr Mut.

Nachdenklichst, Oona