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Nächstes Buch: The Doula Book (engl.).

Zuerst einmal die Antwort auf die Frage „Was ist denn eine Doula?“. Eine Doula ist im üblichen Sinn eine Geburtsbegleiterin, die die rein menschlich-psychologische Betreuung übernimmt. Im amerikanischen Raum ist es üblich, dass die Hebammen vor allem das Medizinische übernehmen. Man engagiert dann oft noch eine Doula, die während der Geburt für alles Nicht-Medizinische zuständig ist: von Massagen über Ermutigungen bis hin zum Essen machen oder Kinder bespielen. Es gibt auch sogenannte Postpartum-Doulas, die dann die Wochenbettbetüddelung übernehmen – wie z.B. von Haushaltshilfen nach der Geburt bekannt.

The Doula Book Cover

The Doula Book

Das Buch „The Doula Book“  hält einiges an Wissen bereit und ist vor allem die Frauen geschrieben, die sich für Doula-Begleitung interessieren. Aber auch für Geburtshelferinnen und -begleiterinnen enthält das Buch Informatives.

Eine für mich sehr wichtige Erkenntnis hält dabei das Kapitel über „The Dublin Experience“ bereit. Darin geht es um eine Geburtsklinik in Dublin (Irland), die eine Standardversorgung durch unter Anderem Doulas anbieten. Kommt eine Schwangere mit Geburtsbeginn in die Klinik, wird ihr eine persönliche Geburtsbegleiterin zugeteilt. Dabei handelt es sich also nicht nur um eine medizinische 1-zu-1 Betreuung wie es im außerklinischen Bereich in Deutschland oft der Fall ist. Vielmehr sind die dort eingesetzten Doulas Laiinnen (was für ein Wort!), die nur eine sehr kurze Ausbildungsphase durchlaufen (Wochenendkurse). Ihnen werden die Grundlagen der Geburtsphysiologie beigebracht, Möglichkeiten zur Schmerzlinderung bei der Geburt (Massage, Aromatherapie, Atmen usw.) erklärt und Psychologie- und Kommunikationskenntnisse vermittelt.

Durch diese kontinuierliche Begleitung ab der Ankunft in der Klinik bis zum Ende der Geburt, ohne Pause, werden sehr gute statistische Ergebnisse erziehlt – aber auch die Zufriedenheit der Frauen sei wohl überdurchschnittlich hoch. Die Rate der Interventionen sei auch wesentlich geringer als des Landesdurchschnitt der westlichen Industrieländer verlauten lassen.

Noch ein weiterer, interessanter Aspekt ist die Feststellung des Geburtsstarts („Diagnose Of Labor“). Zur Diagnose dessen werden folgende Parameter herangezogen: kräftige, regelmäßige Wehentätigkeit im 8-10 Minuten Intervall, mindestens 30 bis 45 Sekunden jeweils. Der Muttermund muss eine Öffnung vorweisen und die Portio verstrichen sein und blutiger Schleim oder eine Blutung ist erkennbar. Erst, wenn dieser Geburtsstart festgestellt wurde, wird die Versicherung an die Frauen gegeben, dass sie innerhalb der nächsten maximal 12 Stunden gebären werden (wobei die meisten Frauen noch weit unter dieser Zeit bleiben). Diese Versicherung an die Frauen soll wohl helfen, sie zu motivieren und damit auch die Geburt angenehmer zu gestalten. Im Zweifelsfall wird meist kein Oxytocin-Tropf angehängt, sondern die Fruchtblase eröffnet. Dieses Vorgehen find ich einerseits interessant – bedenk es aber auch mit einem Stirnrunzeln. Darüber muss ich noch nachdenken.

Das Fazit dieses Buches für mich ist die Erkenntnis, wie nötig viele Frauen eine ununterbrochene Begleitung haben können (!). Wie hilfreich es sein kann, durch menschliche Wärme und die wirkliche Anwesenheit und Teilnahme einer zugewandten Frau – sei sie auch medizinischer / psychologischer Laie – die Geburt begünstigen können. Sowohl die psychischen als auch damit einhergehend körperlichen Vorgänge.

In der Ausbildung als Hebamme wird dieses Vorgehen leider utopisch bleiben – aber in der außerklinischen Geburtshilfe ist soetwas sicher oft noch leistbar.

Grüßend, Oona