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Lebenszeichen #2

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Nachdem ich mich wieder ein bisschen erholt habe und wieder auf dem Dampfer bin, geht es hier mehr denn je weiter. Denn mein Abgang aus der Hebammenschule heißt für mich keinesfalls, dass meine Hebammenkarriere dahin ist. In gewisser Weise ist es gut, dass ich diese fast 6 Monate in die deutsche Ausbildung schnüffeln haben konnte. Ich kann jetzt Abstand nehmen von der damals fast schon schmerzhaften Sehnsucht danach, diese Arbeit zu machen.

Ich bin mir meines Wertes als Geburtshelferin jetzt bewusster denn je. Bis zum Beginn der Ausbildung gab es in mir immer einen Teil, der sich zurück gesetzt gefühlt hätte, hätte eine Frau nicht meine Hilfe gebraucht. Davon habe ich jetzt ein gutes Stück hinter mir gelassen, weil ich gesehen hab, wie falsch der darauf folgende Weg ist. Schwangeren, gebärenden und stillenden Frauen existieren nicht, damit Hebammen sie behandeln können. Andersherum wird ein Schuh draus: Hebammen und Geburtshelferinnen jeder Art gibt es ausschließlich, weil es Schwangere, Gebärende und Stillende gibt, die sich während dessen begleiten lassen wollen. Aus dieser Erkenntnis entwickelt sich die Bedeutung, die hinter dem Wort „Doula“ steht: Dienerin der Frau.

Diese Sicht der Dinge gibt auch die Möglichkeit, sich über die typischen Burnout-Hintergründe zu ergeben. Die Sucht, gebraucht zu werden, anerkannt zu werden und das damit einhergehende langsame Ausbrennen der Betroffenen.

Ich bin froh, wieder die Perspektive gewechselt zu haben. Und mir damit ganz viele Möglichkeiten eröffnet zu haben. Den Weg, Geburtshelferin zu werden gehe ich weiter. Und die Erlangung der Berufsbezeichnung „Hebamme“ wird dabei nur ein Schritt von vielen sein.

Und deshalb wird dieser Blog auch erhalten bleiben.

Ich danke euch für eure Anteilnahme! Das hat mir sehr gut getan.

Liebste Grüße, Oona